INTERIOR PERSONAL

LIFESTYLE- UND INTERIORTREND: MINIMALISMUS & SLOW LIVING

16. Juni 2017

Ein Thema, über das ich zurzeit häufig nachdenke, ist der allgegenwärtige Trend des Minimalismus. Nicht nur im Bezug auf Einrichtung oder Mode, auch im Hinblick auf den gesamten Lebensstil ist Minimalismus gerade total ‚in‘.

Mir schwirren dazu ziemlich viele Gedanken im Kopf rum, die schwer zu ordnen sind, da der ganze Trend einfach so viele Aspekte beinhaltet. Trotzdem will ich versuchen meine Gedanken zu diesem Thema mit euch zu teilen und auch gerne eure Meinung dazu hören!

‚Weniger ist mehr‘ hört man von allen Seiten. Begriffe wie ‚Slow Living‘ oder ‚Mindful Living‘ gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wir alle scheinen uns nach Vereinfachung und einer Besinnung auf das Wesentliche in allen Lebensbereichen zu sehnen, zumindest viele von uns. Ich selbst möchte mich da nur teilweise mit einschließen, warum erzähle ich euch später.

Besonders interessant und spannend finde ich, wie Minimalismus im Interior Bereich immer beliebter wird. Bücher wie ‚The Life-Changing Magic of Tyding Up‘ von Marie Kondo sind zu internationalen Bestsellern geworden. Die eigenen vier Wände werden entrümpelt, von Kitsch, Krempel und Unnötigem befreit. Es heißt der Zustand deiner Wohnung spiegelt den Zustand deines Geistes wieder.

Chaos in der Bude = Chaos im Kopf.

Ich glaube das Gefühl, dass eine zu unordentliche Wohnung einen nervt und einem Kreativität und Energie raubt kennen wir alle, oder?

Auch kleinere Wohnungen und Häuser sind immer gefragter. Denn wer weniger besitzt, der braucht auch weniger Platz. Das ist auch im Kleiderschrank der Fall, denn das Konzept der Capsule Wardrobe (in der man seine Garderobe auf nur sehr wenige Teile beschränkt, um die 50) findet großen Anklang.

Seit Jahren lassen wir uns hierzulande zudem extrem viel von den Einrichtungskonzepten der Skandinavier beeinflussen und inspirieren. Kaum ein Einrichtungsstil ist so minimalistisch und aufs Wesentliche fokussiert wie der Skandinavische, den auch ich sehr mag.

Generell finde ich den Minimalismus Trend toll und kann dieser Entwicklung sehr viel positives abgewinnen.

Allen Dingen voran:

Qualität statt Quantität & Weniger ist mehr 

Weniger, aber dafür besser ist das Stichwort der minimalistischen Einrichtung. Ein Gedanke, der sich bei mir tief eingebrannt hat. Man sollte Möbelstücke und Accessoires sehr bewusst wählen und auf Qualität setzen. Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, kaufe ich gerne hochwertige Möbel und Accessoires. Vor allem meine Ansicht, dass es alles was es gibt auch in schön gibt, habe ich euch hier schon mehrfach näher gebracht. In allen Bereichen einer Wohnung kann man sich bewusst für Qualität und gutes Design entscheiden und sollte es meiner Meinung nach auch!

Lieber besitze ich einen richtig tollen und besonderen Kerzenständer, als zehn billige, die auch nur mittelmäßig aussehen. Das gilt auch für ‚langweilige‘ Alltagsgegenstände, die man oft vergisst. Selbst ein Bügelbrett kann gut aussehen, aber da sind wir schon ganz tief in der Materie. Man kann ja mal bei schönen Schneidebrettern und Spülmittel anfangen.

Auch früher habe ich diesen Gedanken schon in mir gehabt und immer nach einer schönen und qualitativ hochwertigen Version von allem gesucht, wusste aber damals noch nicht viel über Minimalismus. Mit der Zeit ist mein eigener Einrichtungsstil aber definitiv immer minimalistischer und ‚cleaner‘ geworden und mir gefällt das.

ABER der Minimalismus-Trend hat auch seine negativen Seiten, denn leider scheint er oft auch zum Persönlichkeitsverlust einer Wohnung zu führen.

Es fällt mir immer mehr auf, wenn ich auf Pinterest oder Instagram unterwegs bin, dass ich viele ‚tote‘ Wohnungen sehe. Manch einer scheint es gnadenlos zu übertreiben und einfach nichts mehr zu besitzen. Die Wohnungen wirken irgendwie leer, fast schon penibel aufgeräumt, der Stil ist austauschbar geworden.

Lebt hier wirklich eine kleine Familie oder ist das ein Ausstellungsraum mit sorgfältig ausgewählten Teilen, in dem gerade ein Lookbook geshootet wurde, fragt man sich da.

Teilweise sehe ich in diesen Räumen keinen gemütlichen Rückzugsort mehr, der Platz zum Atmen und Denken gibt und eine gewisse Ruhe ausstrahlt, sondern einfach nur noch Leere und Langeweile.

Ein Sofa mit genau einem Kissen, davor ein kleiner Vitra Occasional Table, den man von Raum zu Raum mitnehmen kann, sodass man auch wirklich nur noch genau einen einzigen Beistelltisch in der ganzen Wohnung hat. Ist das genial oder schon übertrieben?

Fernseher scheint es wirklich nirgendwo mehr zu geben, denn der Minimalist meditiert lieber, als Netflix zu schauen oder zieht sich seine Doku auf einem 13 Zoll Macbook Air rein. Ich schaue meine Serien lieber auf einem großen Fernseher statt einem kleinen Macbook.

Auf dem Küchenregal stehen genau zwei Tassen, haben diese Menschen denn nie Gäste?

Irgendwie wirkt es mir teilweise schon zu unwohnlich, extrem puristisch, als wäre es zu einem Wettbewerb geworden, wer die minimalistischste Wohnung hat.Kann jeder machen wie er will, klar. Aber Gemütlichkeit scheint komplett out zu sein?

Da mache ich mir schon Gedanken, ob uns der Minimalismus-Trend vielleicht etwas überrannt hat?

Ich will auf jeden Fall nicht der Sklave meiner minimalistischen Bude sein und wenn ich Lust habe mir die zehnte Kaffeetasse zu kaufen, mache ich es einfach. In dem Fall habe ich dann zehn tolle, hochwertige Kaffeetassen, aber dann lebe ich wohl nicht mehr wirklich minimalistisch, denn brauchen tue ich sie nicht.

Ich kann mir vorstellen, das vielleicht auch meine Wohnung für manch einen sehr aufgeräumt wirkt. Das ist aber nur auf Bildern so 😉 . Auch ich strebe (ob bewusst oder unbewusst) nach optischer Ruhe in meinem Zuhause, mag den minimalitischen Look und kann der Einstellung viel gutes abgewinnen, will es aber nicht übertreiben.

 

Zum minimalistischen Einrichtungstrend hinzu kommt das derzeit immer beliebtere Konzept des ‚Slow Living‘, welches quasi die Erweiterung des Minimalismus auf den eigenen Lifestyle ist.

Bewusster leben, langsamer leben, sich auf die einfachen Dinge besinnen heißt hier das Motto.

Slow Living bedeutet: S – Sustainable, L – Local, O – Organic, W – Whole

Es ist eine Art neuer Zeitgeist, der sich seit einigen Jahren entwickelt und nun auch hier voll und ganz angekommen zu sein scheint.

Was genau beinhaltet das?

Grob gesagt das eigene Leben entschleunigen, die Breme ziehen. Dazu gehört weniger online shoppen und auch weniger online sein.

Seine Lebensmittel bevorzugt auf dem Wochenmarkt kaufen, beim kleinen Tante Emma Laden nebenan oder beim Bauern in der Nähe. Die gekauften Lebensmittel sollten dabei nicht nur ‚organic‘ sein, also frei von chemischen Düngungsmittel, Pestiziden und künstlichen Zusatzstoffen, sondern auch möglichst kurze Transportwege hinter sich haben.

Verarbeitet werden diese lokal und regional bezogenen Lebensmittel wie früher. Viele Menschen fangen beispielsweise an, wieder ihr eigenes Brot zu backen, filtern ihre eigene Mandelmilch, stellen sogar teilweise selbst Waschmittel aus Kastanien her.

In der Freizeit wird in Ausmalbüchern für Erwachsene gemalt, beim Yoga entspannt, irgendwas mit dem Makroobjektiv der Leica fotografiert oder selbst hergestellt, egal ob Bio-Marmelade oder eine Häkeldecke (bitte mit einem Augenzwinkern lesen 😉 ).

Slow Living heißt auch, die Umwelt zu schonen: Müllreduzierung (Zero Waste lautet hier das Stichwort), den eigenen Energieverbrauch senken, zu Fuß gehen oder Rad fahren statt das Auto zu benutzen und sich für Glas statt Plastik entscheiden.

Die Slow Living Ideologie lehnt übrigens Konsum generell nicht ab, aber die Idee mehr und härter zu arbeiten, um mehr zu verdienen und dadurch mehr konsumieren zu können.

Denn generell geht es darum, den Konsum zurück zu schrauben, wieder mehr selbst herzustellen und bewusster zu leben.

Allgemein finde ich diesen Trend super interessant und kann die Idee und das Ideal dahinter gut nachvollziehen. Ich habe bereits mehrere Stunden über das Konzept gelesen und darüber allein könnte man tausende Blogposts schreiben. Es ist eine ganze Menge, was sich da zu einem sehr bewussten Lebensstil zusammenfügt. Natürlich ist auch der oben angesprochene Minimalismus beim Einrichten ein Teil davon.

Auch auf Instagram findet Slow Living immer mehr Anklang, der Hashtag #slowliving (den ich mir übrigens sehr gerne anschaue) zählt schon fast 630.000 Einträge. Auch ähnliche Hashtags wie #seekthesimplicity (über 970.000 Einträge) oder #slowlivingforlive (40.000 Einträge) wachsen rasend schnell.

Bilder von selbstgepflückten Wiesenblumen, die in der eigenhändig getöpferten Vase stehen, dazu ein selbstgebackenes Brot und ein bisschen selbstgepflückter Löwenzahnsalat auf dem Tisch. Ganz schön romantisch.

Kinder in luftigen Leinenkleidchen auf einer weiten Wiese, die das ganze Wochenende in der Natur damit verbringen mit Mama und Papa Blumenkränze zu flechten. Und wer wäscht die Wäsche mit Kastanienwaschmittel?

Das meine ich natürlich ironisch, aber manchmal frage ich mich schon, ob das ganze nicht auch eine Fantasiewelt ist, in die sich Slow Living Anhänger flüchten?

Ich selbst finde das Konzept größtenteils ansprechend und sehr vernünftig, zu vernünftig vielleicht?

Für mich irgendwie schon, denn das ganze wirkt doch ziemlich streng auf mich. Es gibt sehr viele Regeln zu beachten und ich finde zu viele Regeln eher belastend und einengend. Auf so vieles verzichten zu müssen, muss doch auch einen gewissen Druck aufbauen? Wie schafft man es, all diese Dinge zu verwirklichen? Fühlt man sich wirklich besser, wenn man alles runterschraubt im Leben?

Ich glaube gerade auf Instagram hat sich dieses Thema zugespitzt, denn hier finden wir natürlich viele Fotos vom klassischen Berlin Mitte Hipster, der zwar mitten in der Großstadt lebt, aber eigentlich am liebsten autark auf einem Bauernhof leben würde.

Versteht mich nicht falsch, auch ich lese gerne Magazine wie Kinfolk oder Cereal, kaufe gerne und oft ‚organic food‘, setze Qualität immer vor Quantität, genieße ein leckeres Essen bewusst und lege mein Handy zur Seite um die Zeit ausschießlich meinen Freunden zu widmen. Ich weiß die kleinen Dinge im Leben zu schätzen und sauge gern auch den Genuss des Momentes in mir auf, aber so leben wie in diesen Magazinen oder Instagram-Accounts ist mir zuviel.

Und ich glaube auch nicht dran, dass diese Menschen wirklich so leben. Es ist wie wohl fast immer auf Instagram nur der schöne Schein. Ein Thema, das gerade so populär ist wie Slow Living, wird genutzt, um sich zu profilieren.

Es wird auf diesen Accounts eine Traumwelt herbeigesehnt, die mir eigentlich garnicht so traumhaft zu sein scheint.

Ganz einfach weil ich finde, dass man sich durch dieses Lebenskonzept schließlich auch sehr viele Möglichkeiten nimmt, denn man lehnt den Fortschritt in gewisser Weise doch etwas ab.

Flüchten diese Menschen nicht vor der Realität und wollen sie denn gar nichts mehr erleben? Die Welt ist groß und spannend, da will man doch raus und sich nicht in seiner kleinen Welt vergraben, sich hinter seinem Häkel-Projekt verstecken?

Mein privates Leben zurzeit ist nicht wirklich ’slow‘, denn wir sind viel unterwegs, viel am Reisen. Oft geht es Schlag auf Schlag und manchmal wäre ich gerne auch noch eine Woche länger in Wien, um beispielsweise den ein oder anderen Blogpost für euch zu schreiben, die Bilder dafür zu machen, die Wohnung weiter zu gestalten.

Doch mein Leben ist nun mal JETZT. Mein Leben hat ein gewisses Tempo und ich bin auch noch jung, ich persönlich sehne mich nicht nach Brotbacken, nicht nach einer winzigen Wohnung, die wenig Zeit in Anspruch nimmt und ich sehe eine gewisse Konsumlust auch als eine Art Ansporn, etwas im Leben zu erreichen, überhaupt etwas zu tun.

Ein Leben, wie ich es oben beschrieben habe, ist für mich zurzeit nur in Teilen möglich. Was ich verwirklichen kann, verwirkliche ich. Ich achte darauf, was ich kaufe und wo ich es kaufe. Schrott kommt niemals in Frage. Ich möchte auch nicht unnötig viel Müll produzieren, bestelle aber trotzdem gerne online und habe dann eben Pakete zuhause rumliegen und finde das trotzdem ok. Mein Freund und ich mögen es, ‚organic‘ zu kaufen, geben ziemlich viel Geld für dieses Essen aus und kaufen im Biomarkt, aber eben nicht immer. Manchmal kaufe ich auch einfach stinknormale Chips, weil ich sie lecker finde. Leckerer als hangeschöpfte Rote Beete Chips aus einer kleinen Manufaktur für 8€. Bin ich dann ein schlechter Mensch?

Ehrlich gesagt frage ich mich auch, wovon man seine nachhaltige hergestellte 300€ Jeans, sein 24€ Cereal Mag und die 55€ teure Byredo-Duftkerze mit minimalistischem Design überhaupt zahlen will, wenn man nur noch halb so viel arbeitet, am liebsten nie erreichbar sein will und den Rest der Zeit Avokadopflanzen auf dem Balkon zieht?

Ich spreche hier immer noch vom übertriebenen Bild auf Instagram.

Ich persönlich möchte die Möglichkeiten unserer heutigen Welt überhaupt nicht verteufeln. Unsere jetzige Welt hat doch auch viele Vorteile. Wir alle können heutzutage so viel Reisen wie nie zuvor, praktisch die ganze Welt sehen. Ich finde es gibt keine bessere Investition, als sein Geld in Erlebnisse und Reisen zu stecken. Das ist eine Möglichkeit, die es früher nicht in dem Ausmaß gab. Ich finde das ehrlich gesagt sehr viel interessanter als mein Brot selbst zu backen und mir eine eigene Body Lotion anzurühren, wo es doch tausende Brote und auch Bodylotions da draußen zu kaufen gibt (auch Bio und nachhaltig).

Die BALANCE ist für mich das große Stichwort. Sowohl bei der Einrichtung als auch bei der Lebensführung. Man muss kein abgepacktes Aldi-Fleisch kaufen, man muss aber auch seine Wäsche nicht mit eigen hergestelltem Kastanienwaschmittel waschen, finde ich.

Ich möchte mich aber auch nicht schlecht fühlen und mir Druck machen, wenn ich spontan ein Wochenende verreise oder eben die besagten Normalo-Chips kaufe, die nicht bio sind.

Ein gesundes Mittelmaß ist für mich persönlich der beste Weg. Jeder sollte tun, was er kann, oder?

Mich würde wirklich eure Meinung dazu interessieren! Sehnt ihr euch nach ‚Slow Living‘, setzt ihr es vielleicht sogar um und wenn ja, wie?

Oder findet ihr das ganze übertrieben und unrealistisch?

Ist unsere Gesellschaft gerade einfach im Fluchtmodus?

Ich bin mir da nicht so sicher, wie ihr vielleicht merkt.

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14 Comments

  • Reply Birgit 16. Juni 2017 at 10:23 am

    Am vergangenen Montag kam im ZDF bei WISO eine Sondersendung zu diesem Thema.
    Dort hat ein Chinese, der mit seiner Familie strikt nach diesem Prinzip lebt, versucht einer vierköpfigen Familie vier Wochen dieses Thema zu veranschaulichen.
    Wenn du Lust hast, kannst du diese Sendung bestimmt noch in der Mediathek finden und dir anschauen.
    Natürlich interessiere auch ich mich für dieses Thema, denke nur, dass es in vielen Bereichen nicht zu verwirklichen ist.
    Beispielsweise im Leben eines Kindes ist das rigorose Aussortieren schon hat hart, wie man es auch am Beispiel der Familie sehen konnte.
    Dort war zu sehen : eine Familie braucht genauso viele Tassen, Bestecke und Teller braucht, wie sie Familienangehörige hat.
    Sehr umweltfreundlich in Bezug auf das ständige Abwasser ist dies wohl nicht. Auch in Bezug auf das Einkaufen der Lebensmittel, die man an nur einem Tag braucht, war ich sehr kritisch. Wer hat schon genügend Zeit, jeden Tag einkaufen zu gehen und mag gegebenenfalls immer mit dem Auto täglich diesen Weg machen müssen.
    In manchen Dingen stimmte ich damit überein , aber meinen Kleidung auf wirklich das Minimalste zu reduzieren, erschien mir auch nicht so recht einleuchtend. Besitze ich nur 20 Kleidungstücke, muss ich auch ständig die Waschmaschine anstellen und belaste so sehr oft die Umwelt.
    Natürlich hat man teilweise viel unsinniges „Zeug“ angesammelt, aber an manchen Dingen hängt man auch und irgendwann ist man froh, dieses Teil nicht entsorgt zu habe, beispielsweise bei meiner geliebten Schaukel oder meinem Hochstuhl, die beide nun hier in der dritten Generation wieder genutzt werden.
    Alles hat seinen Vorteil, man muss nur wissen, wie man das Beste dabei für sich herausholt.
    Viele Grüße von Birgit aus…

    • Reply Birgit 16. Juni 2017 at 11:23 am

      Halt stop die Sendung war nicht Montag im ZDF, sondern am Mittwoch auf Pro7 Gallileo und du kannst sie in der Mediathek noch finden….sorry war mein Fehler

    • Reply Friederike 23. Juni 2017 at 9:07 am

      Hallo Birgit,

      Kannst Du mir bitte den Unterschied des Spül-/Waschaufwandes erklären wenn ich 100 Teile besitze oder nur 4??? Spülen/ waschen muss ich sie immer nach Benutzung, oder etwa nicht? Also ich fürchte Deine Argumentation bezüglich Umwelt(un)freundlichkeit ist für mich nicht schlüssig…. Außer du nimmst an dass diese Extremminimalisten für jedes Teil einzeln die Waschmaschine anstellen….- wohl eher unwahrscheinlich bei einer solchen Lebensphilosophie. Ich kenne das nur von Leuten die sehr, sehr viele Klamotten haben aber trotzdem immer nur das neueste Teil im übervollem Schrank anziehen müssen…. und wird es halt sofort wieder gewaschen….

      Viele Grüße von der absolut nicht minimalistisch lebenden Friederike

      • Reply Katrin 24. Juni 2017 at 8:59 am

        Hallo Friederike!
        …ich bin zwar nicht Birgit…, aber bezüglich spülens denke ich, wird sie gemeint haben, dass es eigentlich viel wassersparender ist, einen vollgeräumten Geschirrspüler in Betrieb zu setzen, als einzelne Teile zu waschen. Das stimmt sicherlich,, denn bei den neuen Spülern läuft so ein Waschgang wirklich sehr energie- (-und wassersparend) ab!! (-wir haben einen sieben Personen Haushalt – und ich habe es letztens, als ein Problem mit dem Geschirrspüler war, wieder gemerkt!!)
        Außerdem denke ich auch, dass es sehr schwierig ist, mit einem Teil pro Person ein vernünftiges Alltagsleben zu führen! Außerdem kommen ja auch andauernd familienfremde Personen….
        Also, ich will genug Geschirr haben, um angenehm mein Alltagsleben bestreiten zu können:)
        Liebe Grüße
        Katrin

  • Reply Kasia 16. Juni 2017 at 12:52 pm

    Das ist alles so wahr! Ich stimme 100% zu! Ich wirklich bewundere Menschen, die alle diese Regeln beachten, und ich moechte solchen Lebensstil auch folgen, aber ich weiss, meine Wohnung oder mein Haus wird nie so steril wie in den Krankenhaus aussehen. Die Balance ist gerade worauf muss man Ruecksicht nehmen 🙂
    (Entschuldige fuer irgenwelche Fehler, Deutsch ist nicht meine Muttersprache)

  • Reply Nicole 16. Juni 2017 at 6:54 pm

    Allgemein finde ich, dass Instagram teilweise etwas vorspiegelt, was so nicht wirklich existiert. Alle haben ein super tolles Leben, sind ständig unterwegs, Wohnung/Haus sieht top aus, die Menschen wirken “ dauerhappy“, das Essen immer ausgefallen, gesund, bio und schön präsentiert. Den Normalo kann ob all dieser Hapiness schon ganz schön der Frust überkommen. Ist es eine Art Scheinwelt? Nicht falsch verstehen, ich schaue mir all die Instastories, Posts total gerne an und finde viel Inspiration für meine Einrichtung. Und ich selbst poste ja auch nur, wenn es mir grade gut und meine Wohnung aufgeräumt ist und weiss gleich, dass dies ja nicht immer der Fall ist

    Bezüglich Slow Living muss wohl jeder selbst wissen, inwieweit er das praktizieren will. Mir geht es wie dir. Manche Aspekte finde ich richtig gut. Auch ich achte auf Qualität, meistens. Entschleunigung finde ich wichtig, gerade in der heutigen leistungsgeprägten Gesellschaft. Aber dies alles sollte nicht zum Stress/Druck werden – sonst ist es ja auch wieder kontraproduktiv.

    Ein spannendes Thema, danke dir für die Anregung ☺️

    Liebe Grüsse, Nicole

  • Reply Haydee 16. Juni 2017 at 7:56 pm

    Du hast das schon recht gut zusammengefasst, finde ich. Ich stimme dir in allem zu. Für mich ganz persönlich? Ich finde, wenn man in allem ein gutes Maß hält, dann ist man auf einem guten Weg. Eben nicht 7 Kerzenständer, sondern vielleicht ein liebgewonnener von Oma und ein schönes Designteil. Nicht die 20ste Jeans sondern 2 hochwertige, nicht das Aldifleisch sondern lieber vom Biomarkthändler, usw. Damit fahre ich ganz gut. Und es ist für mich so finanzierbar und ich muss auf nichts verzichten, auf das ich nicht verzichten will…
    Lustig finde ich übrigens, wieviele Interior Blogger gerade immer weiter gehen in ihrem Minimalismus. Ich frage mich ja manchmal, worüber schreibt man denn dann noch demnächst. Denn wenn in der Wohnung fast nichts mehr steht und ja auch nichts mehr hinzukommen soll, worüber dann noch posten? 🙂

  • Reply Lena 16. Juni 2017 at 7:58 pm

    Ein toller Artikel Svenja, in vielen Punkten sprichst du mir aus der Seele. Bezüglich Einrichtung bin ich ein absoluter Minimalismus Fan, aber der ganze Lifestyle der jetzt auch noch daran hängt, ist mir zu viel. Es wirkt wie eine Art Flucht vor der Wirklichkeit, damit hast du es gut getroffen. Ich selbst will mich auch nicht vor dieser Welt verstecken und in eine inszenierte Traumwelt flüchten, eine Pause vom Alltag kann man sich ja trotzdem gönnen und auch insgesamt ein bewusstes Leben führen.
    Liebe Grüße
    Lena

  • Reply Susann Winkel 17. Juni 2017 at 3:42 pm

    Hallo Svenja,
    seit ziemlich genau einem halben Jahr beschäftige ich mich jetzt mit den Themen Ausmisten, Minimalismus, plastikfrei leben, Slow Living etc. Es gibt so viele Namen dafür und so viele interessante Bücher, von denen du ja einige auch schon erwähnt hast. Ganz grundsätzlich: Wenn man sich darauf einlässt, dann ist das ein Lebenswandel. Aber eben einer, der nach dem eigenen Tempo und nach den eigenen Interessen abläuft.
    Bei einigen Dingen habe ich anfangs gedacht: Never! Capsule Wardrobe war so etwas – und heute bin ich der glücklichste, entspannteste Mensch damit (nein, man wäscht nicht häufiger als sonst, der Schrank ist nur leerer). Ich hätte auch nie gedacht, wie befreiend es ist, alte Fotos wegzuwerfen. Viele Bereiche habe ich mittlerweile mehrfach ausgemistet, erst mit Marie Kondos Tipps, dann mit Karen Kingstons „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“. Manches hätte ich anfangs nie loslassen wollen und später fiel es mir ganz leicht. So viel zum Tempo.
    Was die Interessen betrifft: Was auch immer du machst, es muss sich authentisch für dich anfühlen. Ich kann mich zum Beispiel wieder auf Journaling noch auf Yoga einlassen. Ich tue mich überhaupt mit vielen Achtsamkeitsübungen schwer. Mein Waschmittel stelle ich auch nicht selber her, aber ich lasse den Weichspüler mittlerwiele weg und habe keine zehn verschiedenen Waschmittel mehr für jeden Wäschetyp. Auch das war ein Prozess des Umdenkens.
    Du hattest ja auch dein Alter erwähnt Du bist 26, so alt wie meine kleine Schwester. Wenn ich sie und mich (ich bin 32) vergleiche, dann liegt auch gerade in diesem Lebensabschnitt eine große Entwicklung drin. Wenn ich an mich mit 26 denke, dann haben mich damals auch andere Dinge interessiert als heute. Die Interessen verschieben sich mit der Zeit ganz unmerklich.
    Wer Lust hat, mal einige Dinge auszuprobieren oder einfach Alltagsdinge einmal anderes anzupacken oder nur anders zu denken, der findet im Slow Living, Minimalismus etc. reichlich Anregung. Es muss ja nicht unbedingt Brot backen sein, es sei denn, man findet Freude daran.
    Kurz noch zum Stichwort cleane Blogger-Wohnungen: Da wird doch auch gerne geschummelt (ich bin Magazinjournalistin und weiß, wie solche Shootings ablaufen). Letzlich ist das, was auf dem Bild zu sehen ist, eine schöne Inszenierung und kein authentischer Schnappschuss. Aber die Inszenierung ist eben auch oft inspirierender als der schnöde Alltag.
    Liebe Grüße
    Susann

  • Reply Michelle 17. Juni 2017 at 6:32 pm

    Liebe Svenja,
    richtig toller Beitrag! Ich selbst mache mir auch oft Gedanken zu diesen Themen. Minimalistisch(er) leben finde ich total gut, habe auch das Buch von Marie Kondo gelesen und auch noch andere. Ich glaube wenn man hier, wie du auch sagst, die Balance hält, ist alles gut.
    Slow Living, wie auch immer man es genau definieren möchte, wird aber gerade massiv ausgeschlachtet auf Instagram. Auch ich werde bei den Fotos stutzig, frage mich, ob so ein extremer Lebensstil überhaupt realisierbar ist??? Mein Gefühl geht eher in die Richtung, dass diese Themen eben gerade gut ankommen und genutzt werden, um bekannter zu werden. In mir baut es auch Druck auf, wenn ich sehe, was man eigentlich alles beachten sollte. Puuuuh!
    Toller nachdenklicher Post von dir!

    Liebe Grüße
    Michi

  • Reply Jenni 18. Juni 2017 at 10:49 am

    Liebe Svenja,

    ich kann den anderen nur zustimmen: Ein toller, reflektierter Beitrag, der Freude beim Lesen gemacht hat!

    Ich persönlich bin schon ziemlich drin in der Slow-Living-und-Minimalismus-Schiene und empfinde das ehrlich gesagt als absolute Lebensvereinfachung. Auf mich ganz egoistisch bezogen: Es macht das Leben einfacher, wirklich. Das fängt dabei an, dass ich ein gutes Gewissen beim Einkaufen und Konsumieren habe – denn ich praktiziere das nicht mehr im Übermaß und das, was ich kaufe, möchte ich auch wirklichwirklich haben. Und ich weiß, wo die Sachen herkommen. Das ist ein tolles Gefühl. Vielleicht ist es wirklich eine Art, sich von der Welt zurückzuziehen und häuslerisch sein eigenes Ding zu machen – aber ich glaube, sobald man den Umweltaspekt mit reinnimmt, greift das Argument nicht mehr: Denn dann beziehe ich mich sehr wohl auch auf das, was mich umgibt, ich setze mich auseinander mit Meeren, Massentierhaltung (wenn wir jetzt vom Vegetarismus und Veganismus ausgehen), Konsum(theorien), Plastik, Produktion, Fairness und dem, wie es mit der Welt eigentlich weitergehen soll. Das empfinde ich persönlich schon sehr als weltoffen und mit-der-Welt-auseinandersetzend. Das muss sich nicht ausschließen, aber auch nicht zwingend bedingen. Wie andere hier schon geschrieben haben: Es kommt auf die eigene Ausbuchstabierung des Lebensstils an – und man muss sich im nicht wie einer Doktrin unterwerfen, wenn man bestimmte Dinge einfach nicht annehmen möchte. Das ist ja das Schöne daran.
    Ich empfinde das ein wenig wie einen Kaufmannsladen, aus dem man sich das aussuchen kann und darf, was man persönlich gut findet – ganz wie bei allen anderen Lebensstildefinitionen ebenfalls.
    Minimalistische Wohnungen bewundere ich zum Beispiel sehr – komme mir darin aber auch sehr schnell wie in einer Arztpraxis vor. Daher ist es bei uns zwar minimalistisch – aber eben, was die Anzahl der Dinge und ihre Funktionalität betrifft, nicht, was das klinisch Weiße anbelangt.

    Danke dir für diesen schönen Gedankenanstoß!

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply Marie 19. Juni 2017 at 8:40 am

    Sehr interessant und gut zusammengefasst, ich bin ganz deiner Meinung. Finde sowohl Slow Living, als auch Zero Waste und Minimalismus wundervolle Konzepte, die es lohnt umzusetzen, aber auf Social Media geht mir der Hype auf die Nerven. Niemand springt immer nur in Blumenwiesen rum, bastelt und flechtet Kränze und füttert danach den eigenen Hühnerstall, einfach überzogen. Würde mir da auch ein Fünkchen mehr Realität wünschen, wobei wir alle wissen, dass Instagram eben oft nur schöner Schein ist.
    Liebe Grüße, Marie 🙂

  • Reply Steffi Adam 20. Juni 2017 at 12:08 pm

    Minimalismus ist die Sehnsucht der Menschen nach weniger Ablenkung und mehr Zeit. Denn er öffnet den Raum für die wesentlichen Dinge wie Familie, innere Einkehr, Stille, Achtsamkeit. Ich lebe selber seit vielen Jahren minimalistisch und finde, eine Sache wird häufig fehl verstanden: Es geht nicht darum, in leeren Räumen mit kahlen Wänden zu wohnen. Denn Wohnen ist viel mehr als ein Dach über dem Kopf. Es ist ein Zuhause der Seele. Und damit das Gefühl zum Raum auch stimmt und er nicht einfach nur wie eine Möbelausstellung wirkt, ist es total wichtig, Einzelstücke mit unter zu bringen, die zum einen einen Bruch zu meist cleanen Oberflächen darstellen, zum anderen aber auch die eigene Persönlichkeit wiederspiegeln und den Blick im Raum lenken. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. So kann ein Raum von Außen darin unterstützen, die eigenen Bedürfnisse (wie z.B. Klarheit, Entspannung, Kreativität) zu unterstützen oder die Seele zu heilen. Und Qualität vor Quantität spielt da eine wesentliche Rolle. Denn es geht auch um die bewusste Auswahl an Materialien, die zum eigenen Typ passen. Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren als Interior-Stylistin und Wohnberaterin und ich habe immer wieder festgestellt, dass es dauerhaft NICHT glücklicher macht, einfach nur teure Möbel zu kaufen. Qualität ja, aber der Mensch im Raum sollte unbedingt mit einbezogen werden. Daher funktioniert auch kein Schema F beim Minimalismus. Ich bin ein Fan von gemütlichem Minimalismus und Lieblingsstücken, die dem Raum dadurch unbedingt die eigene Persönlichkeit einhauchen. Das wirkliche Zuhause liegt jedoch in einem selbst, daher geht meine Beratung zum Beispiel immer von Innen nach Außen und nicht mehr umgekehrt.

  • Reply Mia 22. Juni 2017 at 8:05 pm

    Super Artikel! Dazu mein Senf: Ja, es ist alles sehr austauschbar geworden und ich frage mich oft, wäre Minimalismus nicht gerade DER Trend, wie würden dann die Wohnungen der Leute, die das plötzlich so toll finden, aussehen? Ich kann nur bedingt mit alledem was anfangen. Ich mag den Scandi-Style (wie er so schön heißt), für mich ist er allerdings nichts. Mich dann auch noch in meiner eigenen Wohnung zu verbiegen, damit man zur Instagram-Community gehört, kommt für mich nicht in Frage. Ebenso wenig meine DIYs auf diese Schiene zu trimmen.
    Nur weil ich keine Minimalistin bin, hoarde ich aber nicht Sachen und kaufe so wenig wie möglich ein oder mache es gleich selber. Ich habe auch mit dem Wort „ausmisten“, das oft in diesem Bezug fällt ein echtes Problem, denn viele werfen die Sachen einfach weg, was für mich ein absolutes No-go ist. Jedes Teil MUSS verschenkt oder verkauft werden. Egal ob im Freundeskreis oder über eine Online-Plattform. Ja, das ist anstrengend, aber die Zeit muss man sich nehmen.

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