THE HOUSE

Baustellen-Update III

1. September 2019

Und zack, schon ist September! Mein letztes Baustellen-Update hier auf dem Blog ist tatsächlich schon über drei Monate her. Ganz so regelmäßig wie ich euch bei Instagram mitnehme, schaffe ich es hier auf dem Blog leider nicht. Im Sommer hat sich knapp einen Monat lang nicht ganz so viel auf unserer Baustelle getan, da wir in den USA waren und natürlich zwischendurch auch immer mal in Wien. Seit wir wieder zurück sind, geht es aber Schlag auf Schlag.

Inzwischen wurde der ’neue‘ Grundriss der unteren Etage umgesetzt, es wurden Wände rausgerissen und neue gemauert. Wir haben fast im gesamten Haus die Tapete ab, aber auch nur fast. Tapete ist wirklich ein grauenvolles und ‚vielschichtiges‘ Thema, auf das ich nicht näher eingehen will.

Außerdem sind viele Dinge mittlerweile bestellt, wie beispielsweise unsere neuen Holzfenster, die Küche und auch Fliesen und Armaturen für unsere Bäder. Die Vorfreude, diese Dinge irgendwann (hoffentlich bald) mal eingebaut zu sehen, ist natürlich riesig.

Einige Sachen sind auch schon angekommen, wie beispielsweise Türen, die wir uns bestellt haben. In der oberen Etage haben wir glücklicherweise die originalen Kassettentüren von 1904 unter einer später angebrachten Verblendung gefunden. Diese werden wir jetzt demnächst abschleifen und dann neu lackieren. Im Erdgeschoss hatten wir leider kein Glück, denn dort sind keine alten Türen mehr zu finden. Durch unseren neuen Grundriss werden aber sowieso auch zwei weitere Türen benötigt. Zuerst wollten wir die Türen, von einem darauf spezialisierten Schreiner, nach dem Original nachbauen lassen. Doch wir hatten Zweifel, ob diese neuen Türen dann wirklich wie alte aussehen würden. Ich glaube den Charme echter alter Türen kann man einfach schlecht nachempfinden. Wir waren beide nicht komplett überzeugt und hatten dann eine andere Idee. Wir haben uns alte Türen über Historische Bauelemente online bestellt, die wir ebenfalls aufarbeiten werden. Bei der Suche nach schönen Innentüren, die um 1900 in anderen Häusern verbaut wurden, sind wir dann auch noch auf eine traumhafte Haustür gestoßen. Sie erinnert mich total an eine meiner absoluten Lieblingstüren in unserer Nachbarschaft in Wien und hat daher nochmal einen besonderen Wert für uns.

Ebenfalls schon da sind auch unsere wunderschönen Lichtschalter und Steckdosen aus der 1930 Serie von Berker. Für mich die perfekten Lichtschalter, die wir übrigens auch in unserer Wohnung in Wien haben. Das Drehen macht tatsächlich glücklich!

Der gefühlt größte Fortschritt ist aber, dass die Elektriker letzte Woche mit ihrer Arbeit angefangen haben. Es geht wirklich schnell voran und das ganze Haus ist voller Schlitze und Kabel, so mag ich das.

Generell waren die letzten Wochen sehr anstrengend für uns. Wir selbst haben jetzt zwar nicht mehr ganz so viel körperliche Arbeit (das Thema Tapete wird an dieser Stelle ausgeblendet) am Haus zu erledigen, aber sehr viel zu planen und entscheiden. Gefühlt hundert Kleinigkeiten müssen durchdacht werden, bestellt werden, ins Rollen gebracht werden. Mein Kopf war die letzten Wochen so voll wie nie. Jede Entscheidung ist wichtig und zieht Konsequenzen mit sich, die gut überlegt sein wollen.

Gerade sind wir dabei anzuzeichnen, wo die Leuchten hinkommen werden. Es gibt in diesem Haus zwar noch keinen Estrich, wir laufen durch eine rote Staubwüste, eine Leuchte anzubringen ist soweit entfernt, wie demnächst mal einen Marathon zu laufen, aber klar, natürlich wissen wir schon genau, wo die Leuchten später mal sein werden. Es ist verrückt.

Zum Glück haben mein Freund und ich ziemlich konkrete Vorstellungen von allem und sind uns immer einig, wie was werden soll. Ich kann mir kaum vorstellen, wie ein absoluter Laie all diese Entscheidungen richtig treffen soll.

Um das ganze aber positiv enden zu lassen, möchte ich auch noch sagen, dass der ganze Stress sich lohnen wird. Es macht schon Spaß, die Fortschritte zu erkennen. Es sah zwar noch nie so schlimm im Haus aus wie jetzt, aber trotzdem können wir das Ende langsam näherrücken sehen. Später werden hier tatsächlich alle Dinge so sein, wie wir es haben wollen. Das alles realisieren zu können und die Zeit für so ein Projekt zu haben (oder sie sich zu schaffen) ist einfach ein sehr gutes Gefühl!

2 Comments

  • Reply Emma 1. September 2019 at 9:30 pm

    Das Haus sieht wunderschön aus. Großartig, dass du uns teilhaben lässt. Und Respekt vor dem, was ihr bereits geschafft habt. Hast du einen Tipp, wo man eine Küche kauft? Die gruseligen Möbelhäuser und Küchenausstellungen sprechen mich null an. Wo kann man nach einer wertigen und geschmackvollen Küche Ausschau halten, deren Verkäufer nicht sofort verzweifelt und mit den Augen rollt, wenn man nicht das haben möchte, was seit 35 Jahren Standard auf dem Markt ist?

  • Reply Suffershill House 3. September 2019 at 4:08 pm

    Bin ebenfalls ganz begeistert zu sehen, dass auch andere sich ans Sanieren und Restaurieren alter Baustubstanz machen. Großes Lob von mir, die ihre Freizeit auch auch solchen Baustellen verbringt!
    Liebe Grüße und danke für den Lichtschaltertip!
    Solveig

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